„Angesichts der aktuellen Umbrüche in der Universitätslandschaft in Deutschland müssen wir gemeinsam alles tun, um die Universität Bamberg als Innovationszentrum in unserer Region zu stärken. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität, z.B. bei der Raumfrage ein zentraler Baustein“, dieses Fazit zog der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende und Moderator Martin Pöhner nach der gemeinsamen Podiumsdiskussion von FDP, Jungen Liberalen und LHG zur Zukunft der Universität Bamberg.
Rund 70 Interessierte waren in den vollbesetzten Barocksaal des Palais Schrottenberg gekommen, um gemeinsam mit den Podiumsteilnehmern Universitätsrektor Professor Dr. Godehard Ruppert, Oberbürgermeister Andreas Starke, Konventsmitglied Alexander Rieper und der FDP-Kreisvorsitzenden Gaby Seidl zu diskutieren.
„Angesichts einer bereits jetzt vorhandenen Auslastung der Universität von 248 Prozent und einer prognostizierten Zunahme der Studentenzahlen bayernweit in den nächsten Jahren um bis zu 40 Prozent ist die Raumnot der Universität ein wichtiges Problem, das in naher Zukunft gelöst werden muss“, erläuterte Professor Ruppert.
Oberbürgermeister Andreas Starke betonte, dass die Stadt die Universität bei der Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten voll unterstütze, wobei das ehemalige Erba-Gelände eine unter mehreren Möglichkeiten sei. „Zudem müssen wir angesichts steigender Studierendendenzahlen u.a. auch an weitere Studentenwohnungen denken“, meinte Starke. Darüber hinaus werde der angedachte Anschluss Bambergs an den Verkehrsverbund Nürnberg auch für Studenten viele Vorteile bieten.
500 Euro pro Semester
Den zahlreichen anwesenden Studierenden brannte besonders das Thema Studiengebühren unter den Nägeln. Sie kritisierten, dass die Uni Bamberg ab dem zweiten Semester 500 Euro Studiengebühren verlange und nicht, wie das viele Studentenvertreter gefordert hatten, nur 300 Euro. Zudem hätten sich manche Studierende auch eine Urabstimmung über diese Frage gewünscht. Unirektor Prof. Ruppert verteidigte die Entscheidung des Senats. „Ein zentrales Argument dabei war, die Qualität der Lehre zu halten und weiter zu verbessern“, so der Rektor. Er verwies außerdem darauf, dass die Universität Bamberg im Unterschied zu vielen anderen Hochschulen eine paritätisch aus Studierenden und Lehrenden besetzte Kommission gebildet habe, die Vorschläge für die Verwendung der Studiengebühren erarbeiten soll.
Alexander Rieper, Mitglied im studentischen Konvent für die LHG und JuLi-Kreisvorsitzender, begrüßte die neue Grundordnung der Universität, die den Studierenden viele Mitwirkungsmöglichkeiten biete. „Als Studierende sind wir aber auch gefordert, diese wahrzunehmen und zum Beispiel in der Frage der Studiengebühren über die neue Fachschaftenkonferenz und den Konvent weiter am Ball zu bleiben, da die Höhe der Gebühren 2010 überprüft werden soll“, betonte Rieper.
FDP-Kreisvorsitzende Gaby Seidl, die eingangs auch den Vorsitzenden des Universitätsbundes, Altoberbürgermeister Herbert Lauer begrüßen konnte, freute sich, dass die Uni Bamberg bereits heute als familienfreundlich gilt. „Dies ist ein wichtiger Standortfaktor, der weiter ausgebaut werde sollte, da er auch insgesamt zu einer noch familienfreundlicheren Stadt beiträgt“, meinte Seidl.
Auf die Frage, ob durch die laufende Umstellung der Studiengänge auf die internationalen Abschlüsse Bachelor und Master die Qualität der Ausbildung an den Universitäten in Deutschland und auch in Bamberg leiden werde, meinte Ruppert, dass dies von den staatlichen Rahmenbedingen abhänge. „Die Umstellung bietet jedoch viele Vorteile, u.a. mehr Wahlmöglichkeiten für die Studierenden“, so der Rektor.



